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Problemstellung

IFC-Dateien - der offene Austauschstandard im Bauwesen - enthalten eine Fülle an Gebäudedaten, die für viele Beteiligte praktisch unzugänglich bleiben: Die Daten sind komplex, die Dateien groß, und nutzerfreundliche Lösungen für die Darstellung im Browser fehlen weitgehend. Wer ein IFC-Modell schnell und ohne Spezialsoftware einsehen will, hat kaum Optionen.

„Ich wollte meinem Kunden einfach zeigen, wie die geplante Wand aussieht - aber dafür brauche ich eine teure Lizenz, muss eine schwere Software installieren und den Kunden dazu bringen, das auch zu tun. Jetzt kann ich ihm einfach einen Link schicken, er öffnet das Modell im Browser, klickt auf das Bauteil, das ihn interessiert - fertig. Das spart uns beiden Zeit und Nerven."

Forschungsfrage

1. Wie lassen sich IFC-Daten so extrahieren und aufbereiten, dass sie in einer webbasierten Anwendung performant und interaktiv visualisiert werden können?

2. Welche Architektur ermöglicht eine modulare, erweiterbare Lösung für unterschiedliche Dateiformate und Viewer?

Ansatz und Methodik

  • Entwicklung einer webbasierten Anwendung mit Microservice-Architektur
  • Backend verarbeitet IFC-Dateien: Konvertierung in webfreundliche Formate (.wexBIM/.frag), Extraktion von Klassifikationen und Bauteil-IDs in eine strukturierte Datenbank
  • Frontend visualisiert das 3D-Modell und ermöglicht gezielte Isolation einzelner Bauteile
  • Asynchrone Kommunikation zwischen Frontend und Backend für flüssige Nutzererfahrung
  • Modulares Design: neue Viewer (z. B. SVG, PDF) lassen sich ohne Änderung der Kernarchitektur einbinden
  • Technologien: Open Source, webbasiert, REST-API

Ergebnisse

  • Funktionsfähiger Prototyp: IFC-Dateien hochladen, 3D-Modell im Browser betrachten, einzelne Bauteile isoliert anzeigen
  • IFC-Komplexität wird durch gezielte Extraktion auf die wesentlichen Klassifikationen reduziert – ohne Informationsverlust für typische Anwendungsfälle
  • Modulare Architektur bestätigt: Viewer lassen sich unabhängig registrieren und austauschen
  • Grundlage für weitere Ausbaustufen: Messfunktionen, Annotationen, zusätzliche Dateiformate
  • Offen identifizierte Grenzen: Performance bei sehr großen IFC-Modellen, vollständige IFC-Versionsabdeckung

Relevanz für gaeco

Die Arbeit adressiert den Übergang von datengetrennter Integration zu semantisch gesteuerter Plattformlogik. Für gaeco entsteht damit ein skalierbarer Ansatz, neue Datenquellen und Viewer schneller anzubinden, ohne bestehende Systeme grundlegend umzubauen.

Relevanz für Bauprodukthersteller

Bauprodukthersteller können mit einer webbasierten IFC-Visualisierung ihre Produkte direkt im Kontext realer Gebäudemodelle zeigen – ohne dass Planer oder Kunden dafür Spezialsoftware installieren müssen. Das senkt die Hürde für produktbezogene Kommunikation im digitalen Planungsprozess erheblich und ermöglicht neue Formen der Präsentation, etwa wenn eigene BIM-Objekte in einem Viewer kontextbezogen hervorgehoben werden. Hersteller, die ihre BIM-Daten in solche Lösungen integrieren, werden im Planungsprozess früher sichtbar und erhöhen ihre Relevanz genau dort, wo Produktentscheidungen fallen.

Was ist gaeco?

gaeco ist das semantische Datenprodukt von ekkodale - eine Plattform, die Bauprojektdaten maschinenlesbar und systemübergreifend verknüpfbar macht. Diese Arbeit legt eine direkte technische Grundlage dafür: Sie zeigt, wie BIM-Metadaten mithilfe von Ontologien so strukturiert werden, dass gaeco Standards nicht nur abbildet, sondern in bearbeitbare Wissensstrukturen überführt.

Mehr über gaeco erfahren ↗

 

Wir bedanken uns für die erfolgreiche Zusammenarbeit und den wertvollen Beitrag zur webbasierten Nutzung und Visualisierung von IFC-Daten. Die Arbeit schafft wichtige Grundlagen für einen einfacheren, skalierbaren Zugang zu BIM-Informationen innerhalb von gaeco.