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Problemstellung

In Bauprojekten arbeiten viele Beteiligte gleichzeitig an denselben Informationen, oft ohne klar nachvollziehbare Reihenfolge, Zuständigkeiten oder einheitliche Qualitätsprüfung. Das führt zu Medienbrüchen, Missverständnissen, Verzögerungen und fehlerhaften Daten, die den weiteren Projektablauf erschweren.

"Gerade in komplexen BIM-Projekten war oft schwer erkennbar, welche Informationen bereits vollständig vorliegen, wer als Nächstes arbeiten kann und ob die Daten überhaupt belastbar sind. Die Arbeit zeigt einen Weg, wie sich Abläufe, Abhängigkeiten und Datenqualität transparent abbilden lassen, sodass Teams strukturierter zusammenarbeiten und Entscheidungen sicherer treffen können."

Forschungsfragen

  1. Wie kann eine softwarebasierte Lösung entwickelt werden, die Abhängigkeiten und Arbeitsabläufe in Bauprojekten verständlich modelliert?
  2. Wie lassen sich Voraussetzungen für einzelne Arbeitsschritte digital erfassen und prüfen?
  3. Wie kann sichergestellt werden, dass Informationen in der richtigen Reihenfolge und mit ausreichender Qualität weitergegeben werden?

Ansatz und Methodik

  • Analyse bestehender Prozesse und Herausforderungen im Informationsmanagement der Baubranche
  • Auswertung relevanter Literatur, Standards und Technologien rund um BIM, IFC, IDS und Datenvalidierung
  • Einbindung von Expertenwissen aus der Praxis
  • Definition funktionaler und nicht-funktionaler Anforderungen an die Lösung
  • Konzeption und Entwicklung einer Software-Erweiterung für die BIM-Plattform leaDE
  • Modellierung von Anwendungsfällen, Informationsflüssen und Validierungsregeln in einem graphbasierten Ansatz

Ergebnisse

  • Entwicklung eines Konzepts, mit dem Anwendungsfälle in Bauprojekten logisch verknüpft und grafisch dargestellt werden können.
  • Einführung einer kontextuellen Validierung, um Abhängigkeiten zwischen Arbeitsschritten und Informationsständen transparent zu prüfen.
  • Schaffung einer Grundlage für Fortschrittskontrolle und Priorisierung innerhalb komplexer Projektabläufe.
  • Erweiterung der bestehenden leaDE-Plattform um eine zentrale Sicht auf Informationsflüsse und Datenqualität.
  • Bewertung: Die Arbeit zeigt, dass eine zentrale, softwaregestützte Modellierung von Prozessen und Validierungslogik einen spürbaren Mehrwert für die Koordination in BIM-Projekten schaffen kann.

Relevanz für gaeco

Die Thesis zeigt, wie Datenflüsse, Abhängigkeiten und Qualitätsregeln so modelliert werden können, dass Informationen im richtigen Kontext und mit klarer Bedeutung weitergegeben werden. Genau das ist auch für gaeco zentral: eine gemeinsame semantische Grundlage schaffen, auf der Daten nicht nur ausgetauscht, sondern konsistent verstanden, geprüft und über Systemgrenzen hinweg verlässlich genutzt werden können.

Was ist gaeco?

gaeco ist das semantische Datenprodukt von ekkodale - eine Open-Source-Plattform, die Bauprojektdaten maschinenlesbar und systemübergreifend verknüpfbar macht. Diese Arbeit legt eine direkte technische Grundlage dafür: Sie zeigt, wie BIM-Metadaten mithilfe von Ontologien so strukturiert werden, dass gaeco Standards nicht nur abbildet, sondern in bearbeitbare Wissensstrukturen überführt.

Mehr über gaeco erfahren ↗

 

Wir danken Aref Farshi für die erfolgreiche Zusammenarbeit und den wertvollen Beitrag zur modellbasierten Abbildung von Prozessen, Abhängigkeiten und Datenqualität in BIM-Projekten. Die Arbeit liefert wichtige Impulse für die semantische Weiterentwicklung von gaeco.