Zum Hauptinhalt springen Skip to page footer

Problemstellung

Bauprodukthersteller verfügen über viele Artikeldaten, aber die relevanten Zusammenhänge zwischen kompatiblen, ergänzenden oder voneinander abhängigen Artikeln sind häufig nicht strukturiert erfasst. Das führt zu hohem Pflegeaufwand, erschwert die Planung und erhöht das Risiko für Fehlkäufe, Nacharbeit und Materialverschleiß.

„Wir wussten fachlich genau, welche Artikel zusammenpassen und welche nicht, aber dieses Wissen war über Kataloge, Listen und einzelne Mitarbeitende verteilt. Jetzt können wir Zusammenhänge systematisch abbilden, zentral pflegen und für Planung, Beratung und Datenbereitstellung deutlich besser nutzbar machen."

Forschungsfragen

  1. Wie lassen sich Zusammenhänge zwischen Artikeln effizient und nachvollziehbar verwalten?
  2. Welche Arten von Beziehungen sind für Bauprodukte fachlich relevant?
  3. Wie lässt sich die Qualität solcher automatisch abgeleiteten Beziehungen absichern?

Ansatz und Methodik

  • Beziehungen einmalig auf Produktkategorien-Ebene definieren – nicht für jedes einzelne Produkt wiederholen.
  • Regelwerk legt fest, welche Artikel tatsächlich zusammenpassen (z. B. gleiche Nennweite, passende Breite).
  • Import bestehender Produktkataloge in gängigen Formaten (ETIM, BMEcat u. a.).
  • Automatische Ableitung konkreter Produktverknüpfungen aus den Kategorieregeln.
  • Systematische Testfälle prüfen die Regeln, bevor sie produktiv eingesetzt werden.

Ergebnisse & Bewertungen

  • Funktionsfähiger Prototyp: Verwaltungsoberfläche für Produktkategorien, Beziehungstypen und Regeln.
  • Verringert den manuellen Aufwand bei der Zuordnung kompatibler und abhängiger Artikel.
  • Praxisbestätigung durch Expertengespräche mit Dendrit / KEMPER-Gruppe und Schüco International KG.
  • Beide Unternehmen bestätigten Marktrelevanz – besonders für Hersteller und deren Produktkataloge.
  • Flexibles Datenmodell: branchenübergreifend einsetzbar.
  • Identifiziertes Erweiterungspotenzial: Toleranzen in Regeln, Priorisierung von Beziehungen, KI-gestützte Regelgenerierung.

Relevanz für gaeco

Die Thesis behandelt genau die Fragestellung, die für gaeco heute besonders relevant ist: Wie lassen sich strukturierte Klassifikationen nicht nur verwalten, sondern auch nutzen, um Zusammenhänge zwischen Artikeln, Produkten und Objekten fachlich sauber abzubilden? Da gaeco bereits einen einheitlichen Klassifizierungskatalog schafft und etablierte Systeme wie IFC, ETIM und bSDD zusammenführt, entsteht eine sehr gute Grundlage, um auf dieser Basis auch semantische Beziehungen, Abhängigkeiten und Kompatibilitäten systematisch nutzbar zu machen

Relevanz für Bauprodukthersteller

Hersteller mit umfangreichen Produktsortimenten profitieren direkt von einem System, das Kompatibilitäten und Abhängigkeiten zwischen Artikeln automatisch und konsistent ableitet – statt dieses Wissen manuell in Katalogen oder bei einzelnen Mitarbeitenden zu verwalten. Das reduziert den internen Pflegeaufwand erheblich und verbessert gleichzeitig die Qualität von Produktempfehlungen in Beratung und Planung. Mit einem strukturierten Beziehungsmodell lässt sich das Produktwissen, das heute oft implizit im Vertrieb liegt, als maschinell verwertbare Grundlage für digitale Kanäle, Konfiguratoren und BIM-Plattformen erschließen.

Was ist gaeco?

gaeco ist das semantische Datenprodukt von ekkodale - eine Open-Source-Plattform, die Bauprojektdaten maschinenlesbar und systemübergreifend verknüpfbar macht. Diese Arbeit legt eine direkte technische Grundlage dafür: Sie zeigt, wie BIM-Metadaten mithilfe von Ontologien so strukturiert werden, dass gaeco Standards nicht nur abbildet, sondern in bearbeitbare Wissensstrukturen überführt.

Mehr über gaeco erfahren ↗

 

Wir danken Johannes Hörsch für die erfolgreiche Zusammenarbeit und den engagierten Beitrag im Rahmen seiner Bachelorarbeit an der TH Bingen. Die ausgezeichnet bewertete Arbeit liefert wertvolle Erkenntnisse und praxisnahe Impulse für die Weiterentwicklung von gaeco und unterstreicht das Potenzial wissenschaftlicher Arbeiten für innovative Produktentwicklungen.