“Für eine einzige Planungsentscheidung muss ich Daten aus verschiedenen Tools, Dokumenten und Abstimmungen zusammenziehen. Der in der Thesis entwickelte Ansatz hilft, weil relevante Informationen kontextbezogen, nachvollziehbar und in einer deutlich leichter verständlichen Oberfläche zusammenkommen.”
Ansatz und Methodik
- User-Centered-Design-Prozess mit Experteninterviews, Contextual Inquiry und prototypischer Entwicklung
- Beobachtung realer Arbeitsabläufe von BIM-Projektverantwortlichen im Umfeld komplexer Infrastrukturprojekte
- Konsolidierung der Nutzerbedarfe in konkrete Designideen für Navigation, Informationsdarstellung und Entscheidungsunterstützung
- Entwicklung eines High-Fidelity-Prototyps für eine Linked-Data-Oberfläche mit interaktiver Karte, kontextbezogenen Informationen und dokumentierter Entscheidungsbasis
- Evaluation des Prototyps mit der Zielgruppe zur Prüfung von Verständlichkeit, Transparenz und kognitiver Entlastung
Ergebnisse und Bewertung
- Die Arbeit zeigt, dass Linked Data im BIM-Kontext deutlich zugänglicher wird, wenn die Oberfläche konsequent an realen Aufgaben und Nutzerkontexten ausgerichtet ist
- Besonders wertvoll sind kontextbezogene Ansichten, eine vertraute Kartenlogik und transparente Verknüpfungen zwischen Objekten, Dokumenten und Entscheidungen
- Die Testpersonen bewerteten den Prototypen als entlastend, nachvollziehbar und hilfreich für informierte Entscheidungen
- Gleichzeitig macht die Arbeit deutlich, dass weitere Iterationen und breitere Evaluationen nötig sind, um die Ergebnisse langfristig zu verallgemeinern
- Insgesamt liefert die Thesis einen belastbaren konzeptionellen Beitrag für alltagstaugliche Linked-Data-Interfaces im BIM-Umfeld
Relevanz für Workshops
Die Thesis ist für gaeco besonders relevant, da sie zeigt, wie semantisch verknüpfte Daten nicht nur technisch korrekt modelliert, sondern auch praktisch nutzbar gemacht werden können. Damit unterstützt sie den Anspruch, eine gemeinsame Sprache für Daten, Beziehungen und Anwendungsfälle bereitzustellen.
Der nutzerzentrierte Ansatz ergänzt die semantische Infrastruktur um die Perspektive, wie Menschen sinnvoll mit diesen Daten interagieren. Besonders anschlussfähig sind dabei die Ideen zu kontextbezogenen Sichten, klaren Datenbeziehungen und nachvollziehbarer Entscheidungsdokumentation.